|
Gegenwärtig
ist auch in Sachsen der Trend zu den traditionellen Rebsorten
vorhanden. Im Vergleich zu 1990 ist eine Zunahme bei Riesling und
Spätburgunder zu verzeichnen.
Das
Einzugsgebiet der Winzergenossenschaft umfaßt ca. 160 ha
Rebfläche. Die Trauben werden nach Sorten getrennt gelesen
und verarbeitet. Abhängig von der geernteten Menge pro Sorte erfolgt
die Erfassung nach Einzellagen, Großlagen oder Bereichen getrennt.
Die Weine werden hauptsächlich zu trockenen Weinen mit einer
natürlichen Restsüße von 1 bis 2 g/l Zucker ausgebaut. Sie zeichnen
sich dadurch aus, daß sie einen gut ausgeprägten Sortencharakter,
gepaart mit einer frischen, angenehmen und harmonischen Säure aufweisen.
Die Weine aus unserer Genossenschaft werden fast ausschließlich in
der Gastronomie und im Weinfachhandel verkauft.
Hauptabsatzgebiet ist das Land Sachsen und die angrenzenden
Regionen.

|

Goldriesling
Müller-Thurgau
Traminer
Weißer
Burgunder
Riesling
Grauer
Burgunder
Kerner
Scheurebe
Gutedel
Blauer
Spätburgunder
Dornfelder
|
|
Goldriesling
Eine
Besonderheit im Weinbau Sachens ist der Goldriesling. Diese
aus
dem Elsaß stammende, von Christian Oberlin in Colmar Ende
des
vorigen Jahrhunderts gezüchtete Rebsorte, gibt es nur noch in
unserm
Anbaugebiet. Sie ist aus einer Kreuzung von Riesling und
der
französischen Keltertraube Courtiller musque entstanden. Da
sie
verhältnismäßig
spät austreibt und bereits eine Woche vor dem
Müller-Thurgau
gelesen wird, eignet sie sich besonders für den An-
bau
in spätfrostgefährdeten Lagen.
Die
Weine des Goldriesling haben ein feinwürziges Bukett und sind
hervorragend als Schoppenweine geeignet.
|
 
|
|
|

|
|
Müller-Thurgau
Professor
Hermann Müller, aus dem Kanton Thurgau in der Schweiz,
züchtete
im Jahr 1882 diese nach Ihm benannte Rebsorte in Geisen-
heim.
Sie galt jahrelang als eine Kreuzung Riesling x Silvaner. Ent-
sprechend
den neuesten Erkenntnissen der Genforschung ist es
aber
tatsächlich eine Kreuzung Riesling x Gutedel. Im Jahr 1923
oder
1924
ist ihr erster Anbau durch den Weinbaurat Pfeiffer in der
Lößnitz,
höstwahrscheinlich im Wackerbarthschen Weinberg, nach-
weisbar.
Die große Ausbreitung dieser Rebsorte in Sachsen begann
Ende
der 40er, Anfang der 50er Jahre unseres Jahrhunderts.
Frühe
Reife, vergleichsweise geringe Lageansprüche und weitest-
gehende
Ertragsstabilität verhalfen dem Müller-Thurgau zu großer
Bedeutung
und Beliebtheit. Selbst in schlechten Jahren bringt diese
Sorte
noch ansprechende Ernten und Qualitäten.
Die
Weine sind blumig und fruchtig mit einem leichten Muskatton. Sie
eignen
sich hervorragend als Schoppenweine.
|


|
|
|

|
|
Traminer
Wie
in den anderen deutschen Anbaugebieten der Riesling, gilt bei
uns
der Traminer als Inbegriff der Qualität sächsischer
Weine. Er ge-
hört
zu den ältesten Rebsorten in unserem Lande und wurde 1774
zum
ersten Mal eindeutig erwähnt. Seinen Ursprung soll die
Rebsorte
in
Südtirol, im kleinen Ort Tramin, haben. Die Weine sind
aromatisch
und
erinnern in ihrem Duft oft an Rosen. Obwohl der Traminer in
nahezu
allen Lagen Sachsens angebaut wird, gibt es bevorzugte
Standorte,
wie zum Beispiel das Rosengründchen in Meißen und
den
Proschwitzer Katzensprung. Besonders günstig sind die warmen
Lößböden
in den Steillagen, da sie auch in trockenen Jahren noch
ausreichende
Wasserreserven besitzen. Auf extrem leichten Böden
sind
in solchen Jahren Mindererträge durch Verrieselung, d. h. un-
gleiche
Traubenausbildung zu erwarten.
|


|
|
|

|
|
Weißer
Burgunder
Der
Weiße Burgunder gehört gleich dem Traminer zu den
Spitzen- rebsorten in Sachsen. Neben dem Müller-Thurgau ist er
die am häufigsten angebaute Rebsorte.
Der Weiße
Burgunder ist eine Mutation aus der vielfältigen Bur-
gunderfamilie.
Zu welchem Zeitpunkt diese Rebsorte in Sachsen
heimisch
wurde, ist heute nicht mehr nachweisbar. Auf alle Fälle
gehörte
sie bereits 1750 zu den empfohlenen Rebsorten. Eventuel
haben
fränkische Siedler sie mit ins Elbtal gebracht. Warme und
steile
Südhänge sagen dem Weißen Burgunder besonders zu.
Die
Weine
sind von Gehalt und Körper mittel bis kräftig und eignen
sich
hervorragend
für Prädikatsweine.
|


|
|
|

|
|
Riesling
Unbestritten
stellt auch in Sachsen der Riesling eine wertvolle weiße
Rebsorte
dar. Unter Berücksichtigung der besonderen klimatischen
Bedingungen
sind ihm die besten, meist terrassierten Lagen in
unserem
Anbaugebiet vorbehalten.
Bereits
1649 wird über den Anbau des Rüstling-Stegl
am
Gorrenberg
im Elstertal berichtet. Von besonderen Ausnahmen abge-
sehen,
findet die Weinlese in Sachsen mit dem Riesling zu einem
Zeitpunkt
ihren Abschluß, wenn bereits goldenes Weinlaub im Spät-
herbst
vom nahenden Winter kündigt.
Rieslingweine
zeichnen sich durch feine Rasse und Eleganz, sowie
ein
an Pfirsich erinnerndes Bukett aus. Unterschiedliche Jahrgänge
und
Bodenarten verfeinern den Riesling in seinen Nuancen.
|


|
|
|

|
|
Grauer
Burgunder
Vor
150 Jahren war der Ruländer einer der großen
Weine und ge-
hörte
insbesondere auch in Sachsen zu den Spitzenqualitäten. Mit
Beginn
des zwanzigsten Jahrhunderts ging der Anbau jedoch zu-
gunsten
ertragreicher Rebsorten zurück. Der Wein verlor an Image
und
Bedeutung. Der Ruländer ist wahrscheinlich aus einer Mutation
des
Blauen Spätburgunders entstanden. So findet man bei der
Lese
häufig
innerhalb einer Traube blaue und weiße Beeren. Zum Teil sind
auch
einzelne Beeren noch verschiedenfarbig. In Deutschland wurde
diese
Rebsorte um 1711 von einem Kaufmann Ruland aus Speyer
bekannt
gemacht und nach ihm benannt.
Man
ist in Sachsen bemüht, das Image dieses Weines wieder aufzu-
bessern,
zumal in guten Jahren sehr beachtliche Qualitäten erreicht
werden.
Ruländerweine
sind sehr gehaltvoll und erinnern insbesondere nach
längerer
Lagerung mit Ihrem Bukett ein wenig an Honig.
Bei
Ruländer und Grauburgunder handelt es sich um die gleiche
Rebsorte.
Betont körperreiche und vollmundige Weine werden vor-
zugsweise
unter dem Namen Ruländer vermarktet. Trockene und
markant
säurereiche Weine werden als Grauer Burgunder an-
geboten.
|


|
|
|

|
|
Kerner
Der
Kerner ist eine Züchtung der staatlichen Lehr-und Versuchs-
anstalt
für Wein- und Obstbau in Weinsberg, gekreuzt aus den Reb-
sorten
Trollinger x Riesling. Der Name der Rebsorte ist eine
Referenz
an
den württembergischen Arzt und Dichter Justinius Kerner.
Der
Kerner ist die wichtigste in Sachsen angebaute Neuzüchtung,
und
wurde Ende der 60er Jahre zuerst in Radebeul eingeführt. Er
hat,
trotz
mancher Probleme im Anbau, eine große Verbreitung gefunden,
da
er ein rieslingähnlicher Wein ist und auch in schlechteren
Jahren
vergleichsweise
gute Qualitäten bringt.
Die
Weine des Kerner sind frisch, fruchtig und rassig, gelegentlich
haben sie
einen leichten Muskatton.
|


|
|
|

|
|
Scheurebe
Eine
weitere Züchtung, die vor ungefähr dreißig Jahren
im kleinen
Umfang
im Elbtal Einzug gehalten hat, ist die Scheurebe. Die
Kreuzung
aus den beiden Standardsorten Silvaner x Riesling erhielt
ihren
Namen von dem Züchter Konrad Scheu. Steile, nicht allzu
trockene
Südhänge garantieren hohe Weinqualitäten.
Die
Weine haben eine rassige Säure und ein an schwarze Johannis-
beeren
erinnerndes Bukett.
|

|
|
|

|
|
Gutedel
Der
Gutedel gehört zu den ältesten Rebsorten. Man soll ihn
bereits
vor
2800 Jahren in Ägypten angebaut haben. Durch die Römer
soll er
dann
nach Europa gebracht worden sein.
Vor
zweihundert Jahren gehörte der Gutedel zu den bevorzugt ange-
bauten
Rebsorten in Sachsen.
Heute
beschränkt sich der Anbauwert des Gutedels weitgehend auf
kleinere
Parzellen, Weinbergsmauern und Hausspaliere.
Der
Ertrag ist in guten Weinbaujahren hoch. Die Weine des Gutedels
sind
hervorragend als Schoppenweine geeignet.
|


|
|
|

|
|
Blauer
Spätburgunder
Aus
den Trauben des Blauen Spätburgunders werden die edelsten
Rotweine
erzeugt. Seit alters her hat diese Rebsorte den Weinbau in
Sachsen
geprägt. Nachweisbar ist, daß vor 150 Jahren auf
dem
Pillnitzer
Königlichen Weinberg vorwiegend rote Rebsorten, haupt-
sächlich
Blauer Spätburgunder, angebaut wurden.
Die
Weine des Blauen Spätburgunders sind vollmundig, samtig und
in ihrer
Farbe feurigen Rubinen vergleichbar.
|


|
|
|

|
|
Dornfelder
Diese
im Jahre 1955 in Weinsberg gezüchtete Rebsorte hat in
den
vergangenen
Jahren in Sachsen eine gewisse Verbreitung gefunden.
Aus
dieser Sorte gekelterte Weine sind tiefrot und sehr farbintensiv.
Fruchtigkeit
und milde Säure ergeben einen ansprechenden Rotwein,
der
in seinem Bukett leicht an Kirschen bzw. Brombeeren erinnert.

|


|
|
|

|